Lust auf Kunst?

Malen und Zeichnen für Einsteiger
KunstWerkstatt Dringenberg

Humorvolle Illustration: Ein Künstler versucht ein weibliches Modell zu malen, doch das Ergebnis ähnelt einem Seehund – ein augenzwinkernder Hinweis darauf, dass Malen und Zeichnen Übung brauchen | KunstWerkstatt Klaudius Zukowski, Dringenberg / Bad Driburg

Klappt es mit dem Malen und Zeichnen noch nicht so gut?
Nicht aufgeben!


Aquarellfarben und Pinsel in der Nahaufnahme – Beispielmaterial im Kunstunterricht der KunstWerkstatt Dringenberg.

Malen und Zeichnen zählen zu den klassischen Künsten. Als verwandte Ausdrucksformen helfen sie, Gedanken, Träume und Erlebnisse sichtbar zu machen – ob symbolisch oder realistisch. Wer regelmäßig übt, findet dabei häufig Ruhe, Konzentration und Freiheit.



„Jedes Kind ist ein Künstler. Das Problem ist, Künstler zu bleiben, wenn man erwachsen wird.“
Pablo Picasso


Malen und Zeichnen lernen – Schritt für Schritt
Immer wieder höre ich die Ausrede: „Ich würde ja gerne, aber ich kann nicht zeichnen. Das letzte Mal habe ich es in der Grundschule gemacht.“ Und tatsächlich bleibt in den meisten Fällen das zeichnerische Können genau an dem Punkt stehen, an dem man als Kind aufgehört hat.
Doch bitte: Gib nicht auf!
Wenn Du eine halbwegs gleichbleibende Unterschrift setzen kannst und Deine Handschrift beherrschst, kannst Du auch Zeichnen lernen! Du musst lediglich Dein Gehirn weiter trainieren, um Deine Wahrnehmungsfähigkeit für Formen und räumliche Beziehungen wirklich zu schärfen. Es ist nie zu spät, diesen Lernprozess – diese Art des Sehens – wieder in Gang zu setzen.
Humorvolle Illustration: Das Gesicht des Kunstlehrers wurde in ein klassisches Rembrandt-Porträt montiert – als scherzhafter Hinweis darauf, dass man nicht sofort wie ein alter Meister malt, auch nicht, wenn man seine Kleidung trägt.
Es ist völlig klar, dass nicht jeder sofort zum zweiten Rembrandt wird. Am Ende gilt aber wie bei allem: üben, üben, üben…


Gerade beim realistischen Zeichnen und Malen erleichtern solide Grundlagen das kreative Arbeiten. Wer sich mit Perspektive sowie Licht und Schatten auseinandersetzt, lernt nicht nur technische Prinzipien, sondern schult auch seine Wahrnehmung. Denn Zeichnen – besonders das realistische – heißt: sehen lernen.


Realistisch, abstrakt – oder irgendwo dazwischen
Die Wahl der Ausdrucksform und der künstlerischen Ziele bleibt jedem selbst überlassen. Wer keine realistische Darstellung anstrebt, findet in der abstrakten Kunst eine spannende Alternative – von der Reduktion auf das Wesentliche bis zur weitgehenden Loslösung vom Gegenständlichen. Am meisten wächst man durch eigene Erfahrung und entwickelt so nach und nach einen Zugang zu dieser faszinierenden Welt.
Viele Künstlerinnen und Künstler der Abstraktion – etwa Hilma af Klint, Wassily Kandinsky, Robert Delaunay, Piet Mondrian oder Kasimir Malewitsch – arbeiteten zeitweise gegenständlich. Sie beherrschten die Grundlagen, die ihnen als Sprungbrett zur Abstraktion dienten.


Über mich

Mitglied des Kunst- und Kulturvereins ARTDDriburg.

In der ermländischen Hauptstadt Allenstein absolvierte ich ein pädagogisches Studium und arbeitete mit viel Leidenschaft als Kunst- und Geschichtslehrer an einer Großstadtschule. Ich betreute außerdem die Studienabgänger bei ihren praktischen Schritten im Kunstunterricht.
Mein Abenteuer „Kunst“ begann angeblich, bevor ich laufen konnte. In jedem Sandhäufchen, jeder Baumkrone oder Wolke entdeckte meine kindliche Fantasie eine interessante Form, die ich gerne und schon früh realistisch nachzeichnete oder nachbaute. Form und Beschaffenheit meiner Umgebung standen also schon früh im Mittelpunkt meines Interesses.


Es ist wichtig, Kinder möglichst früh auf die Zusammenhänge von Strukturen, Formen, Linien und Farben aufmerksam zu machen. Spielen sollte sich nicht nur auf „das Sternchenklötzchen ins Sternchenlöchlein“ beschränken – auch wenn das sinnvoll ist und Spaß macht. Die Natur selbst bietet der Fantasie eine unbegrenzte Spielwiese. Umso wertvoller ist es, die Welt bewusst zu beobachten und Formen sowie Farben zu entdecken und zu vergleichen.
Als Kind habe ich oft Konturen mit dem Finger oder einem Stift nachgefahren – als würde ich in die Luft zeichnen. Auch dabei wird die Umgebung ganz genau „abgetastet“ und verarbeitet. Wenn du also mal jemanden siehst, der mit dem Finger vor sich hin wedelt: keine Sorge – vermutlich ist diese Person nicht verrückt, sondern gerade mitten in einer wichtigen Lernphase.


Viele Jahre meines Lebens widmete ich dem Zeichnen, bei dem es auf alle möglichen Aspekte der Perspektive und Dreidimensionalität ankommt. Es ist wichtig, Perspektive zu verstehen. Obwohl sie uns ständig umgibt, bleibt die Perspektive oft unbewusst – bis wir beginnen, sie bewusst zu erfassen. Diese Entdeckungsreise teile ich gern mit anderen. Umso mehr freue ich mich, wenn ich jemanden auf eine solche Reise mitnehmen kann.
Mit der Entwicklung der Computerwelt, deren Vorteile ich seit Anfang der 90er-Jahre nutze, kam auch die Computergrafik auf meinen Arbeitstisch bzw. Bildschirm. Ich habe mich kontinuierlich weitergebildet, um diese faszinierende Welt besser zu verstehen, und lernte verschiedene CAD-Systeme (Computer Aided Design) sowie 3D-Modellierungssoftware kennen. Ich war lange als technischer Illustrator tätig. Dabei ging es vor allem darum, komplexe Konstruktionen möglichst ohne Text so darzustellen, dass sie vor Ort schnell und fehlerfrei aufgebaut werden konnten. Sehr interessante Aufgaben, bei denen neben der technischen Zeichnung auch realistisches Zeichnen gefragt war. Eine spannende Mischung aus manuellem und digitalem Arbeiten.


Die digitale Kunst ist außergewöhnlich und nahezu grenzenlos. Der Umgang mit echten Farben, Pinseln, Wasser, Bleistift und Papier war und bleibt jedoch unübertroffen.


Aquarellmalerei ist für mich die interessanteste und zugleich anspruchsvollste Maltechnik. Aquarellfarbe entwickelt auf dem Papier ihr eigenes, sehr dynamisches Leben. Sie überrascht und zwingt dazu, spontan zu reagieren – ganz gleich, wie gut man das Bild vorher geplant hat. Ich lerne bei jedem neuen Werk etwas dazu. Auf der anderen Seite liebe ich Pastellkreiden. Auch sie verhalten sich auf ihre eigene Weise spontan und überraschend, obwohl sie in ihrer Beschaffenheit völlig anders sind.

Neben dem Malen und Zeichnen bin ich auch gerne als Hobby-Fotograf unterwegs. Die Fotografie erweitert meinen Blick auf die Welt. Ich nutze sie außerdem als Motivquelle für meine Bilder und Zeichnungen. Beim Fotografieren schulen wir unser Auge darin, gezielt einen bestimmten Bildausschnitt zu wählen – und entwickeln so ein Gefühl für die richtige Komposition.


Meine weiteren Leidenschaften: Musik, Gitarre und Gesang, Tonstudio, die Natur, interessante Menschen, Wandern, Brettspiele und gutes Essen. :-)





Malen um die Burg 2025

Kulturverein ARTD Driburg und der Heimatverein Dringenberg e.V.